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Ratgeber Anschlussfinanzierung 2026

Zinsbindung läuft aus –
Was jetzt wirklich wichtig ist

Das Ende der Zinsbindung ist einer der wichtigsten Momente in Ihrer Baufinanzierung. Wer rechtzeitig handelt, kann erheblich sparen. Wer wartet, zahlt oft jahrelang zu viel. Diese Checkliste zeigt Ihnen genau, was Sie wann tun müssen – und welche Optionen Sie haben.

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Zinsbindung läuft aus – Anschlussfinanzierung rechtzeitig planen

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Vorlaufzeit empfohlen

So früh sollten Sie sich um die Anschlussfinanzierung kümmern

0 €

VFE bei Fristablauf

Bei Ablauf der Zinsbindung ist kein Wechsel ohne VFE möglich

3 Optionen

Prolongation / Umschuldung / Forward

Jede Option hat spezifische Vor- und Nachteile

Was bedeutet "Zinsbindung läuft aus"?

Bei einer Baufinanzierung wird der Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit festgeschrieben – typischerweise 10, 15 oder 20 Jahre. Diese Periode nennt man Zinsbindungsfrist. Wenn diese Frist endet, ist die Bank nicht mehr an den vereinbarten Zinssatz gebunden. Sie müssen sich für eine Anschlussfinanzierung entscheiden – entweder bei Ihrer Hausbank oder bei einem neuen Anbieter.

Entscheidend: Mit dem Ende der Zinsbindung schulden Sie Ihrer Bank in aller Regel noch eine erhebliche Restschuld. Diese muss neu finanziert werden. Wer hier unvorbereitet ist oder das Angebot der Hausbank unhinterfragt annimmt, verschenkt oft bares Geld.

Ihre 3 Optionen im Überblick

1

Prolongation – bei der Hausbank verlängern

Ihre aktuelle Bank unterbreitet Ihnen ca. 3 Monate vor Fristablauf ein Verlängerungsangebot (Prolongationsangebot). Sie unterschreiben, und das Darlehen läuft zu neuen Konditionen weiter.

Vorteile

  • Bürokratiefrei – kein Bankwechsel
  • Keine erneute Bonitätsprüfung

Nachteile

  • ! Konditionen oft schlechter als am Markt
  • ! Kein Vergleich = kein Verhandlungsdruck
2

Umschuldung – Wechsel zu einem günstigeren Anbieter

Sie lösen Ihr altes Darlehen zum Ende der Zinsbindung kostenfrei ab und schließen bei einer anderen Bank oder einem Vermittler ein neues Darlehen ab – oft zu deutlich besseren Konditionen.

Vorteile

  • Maximale Konditionenfreiheit
  • Keine VFE bei Fristablauf
  • Starke Verhandlungsposition

Nachteile

  • ! Neue Bonitätsprüfung nötig
  • ! Grundschuldabtretung nötig

Mehr zur Umschuldung von Baufinanzierungen

3

Forward-Darlehen – heutige Konditionen für die Zukunft sichern

Sie schließen jetzt einen Kredit ab, der erst in 12 bis 60 Monaten ausgezahlt wird – zum heute vereinbarten Zinssatz. Ideal, wenn Ihr Zinsbindungsende noch in weiter Ferne liegt, aber Sie sich die aktuellen Bedingungen sichern wollen.

Vorteile

  • Planungssicherheit
  • Schutz vor Zinserhöhungen

Nachteile

  • ! Kleiner Zinsaufschlag (Forward-Aufschlag)
  • ! Nachteil wenn Zinsen sinken

Forward-Darlehen: Wann lohnt es sich? (Ratgeber folgt)

Ihre Checkliste: Was Sie jetzt tun sollten

24 Monate vorher

Zinsbindungsende im Kalender markieren. Ablaufdatum aus dem Kreditvertrag heraussuchen.

Daten prüfen
18 Monate vorher

Erste Marktrecherche starten. Forward-Darlehen-Angebote einholen, um einen Vergleichswert zu haben.

Angebote vergleichen
12 Monate vorher

Konkrete Angebote von mindestens 2–3 Anbietern einholen. Hausbank um ein Prolongationsangebot bitten.

Verhandeln
6 Monate vorher

Entscheidung treffen: Prolongation oder Umschuldung? Neuen Vertrag unterschreiben.

Abschließen
3 Monate vorher

Bei Umschuldung: Grundschuldabtretung koordinieren, neue Bank informieren.

Umzug vorbereiten

Tipp: Hausbank-Angebot nie ungeprüft annehmen

Viele Kreditnehmer nehmen das Prolongationsangebot ihrer Hausbank an, ohne zu vergleichen – aus Bequemlichkeit oder weil sie denken, sie seien verpflichtet dazu. Das ist falsch. Sie sind frei in Ihrer Wahl. Die Hausbank schickt Ihnen bewusst frühzeitig ein Angebot, bevor Sie in Vergleichsportalen schauen. Nutzen Sie die Zeit für einen unabhängigen Vergleich – das kostet nichts und schafft Verhandlungsmacht.

Forward-Darlehen vs. Prolongation – Planungszeitraum im Vergleich
Anschlussfinanzierung frühzeitig planen gibt Ihnen mehr Spielraum und Verhandlungsmacht.

Was passiert mit der Grundschuld beim Bankwechsel?

Bei einem Wechsel zu einer anderen Bank muss die im Grundbuch eingetragene Grundschuld auf den neuen Gläubiger übertragen werden. Das geht entweder per Abtretung (günstiger, ca. 150–300 €) oder per Löschung und Neueintragung (teurer). Die meisten Banken koordinieren die Abtretung direkt miteinander – Sie müssen nur die Koordination anstoßen.

Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber: Notarkosten & Grundbuchkosten bei der Umschuldung.

Alternative: Direktantrag*

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Foto von Tom Trögler

Fachbeitrag von Tom Trögler

Expertengeprüft LinkedIn

Tom Trögler hat die Optionen bei auslaufender Zinsbindung aus Sicht der Verbraucher analysiert. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Die optimale Entscheidung hängt von Ihrer persönlichen Restschuld, Laufzeit und Bonitätssituation ab. Mehr über unsere Redaktion lesen.

Zuletzt inhaltlich geprüft am: 4. April 2026

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Häufige Fragen: Zinsbindung läuft aus

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung sollten Sie aktiv werden – idealerweise 18 bis 24 Monate vorher. Zu diesem Zeitpunkt können Sie bereits ein sogenanntes Forward-Darlehen abschließen, das die aktuellen Konditionen für die Zukunft festschreibt. Je früher Sie vergleichen, desto mehr Verhandlungsspielraum haben Sie gegenüber Ihrer Hausbank.

Muss ich die Anschlussfinanzierung bei meiner Hausbank abschließen?

Nein – das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Sie sind nach Ablauf der Zinsbindung vollkommen frei in der Wahl Ihres neuen Kreditgebers. Ein Wechsel zu einer anderen Bank, einem Online-Anbieter oder einem Vermittler ist problemlos möglich. In der Praxis bieten Alternativanbieter oft deutlich günstigere Konditionen als die Prolongationsangebote der Hausbank.

Was passiert, wenn ich nichts tue und die Zinsbindung ausläuft?

Wenn Sie nicht aktiv werden, verlängert Ihre Bank das Darlehen in der Regel automatisch – aber zu neuen (und oft ungünstigeren) Konditionen, die sie einseitig festlegt. Außerdem wechselt der Kredit häufig in einen variablen Zinssatz, der Schwankungen am Markt unterliegt. Das kann teuer werden. Handeln Sie deshalb rechtzeitig.

Was ist der Unterschied zwischen Prolongation, Umschuldung und Forward-Darlehen?

Bei der Prolongation verlängern Sie das bestehende Darlehen bei Ihrer Hausbank zu neuen Konditionen – einfach, aber nicht immer günstig. Bei der Umschuldung wechseln Sie zu einem anderen Kreditgeber und lösen das alte Darlehen ab. Beim Forward-Darlehen schließen Sie bereits jetzt einen Kredit ab, der aber erst in 12–60 Monaten ausgezahlt wird – so sichern Sie sich heutige Konditionen für die Zukunft.

Fallen Kosten an, wenn die Zinsbindung ausläuft und ich wechsle?

Nein – bei Ablauf der regulären Zinsbindung kann die Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Nur wenn Sie das Darlehen vor Ablauf der Zinsbindung kündigen, kann eine VFE anfallen (bei Immobilienkrediten nach der Barwertmethode). Ein Wechsel zum Ende der Zinsbindung ist daher der kostenfreiste Zeitpunkt.