Kostenübersicht 2026

Umschuldung Kosten & Notarkosten –
Vollständige übersicht

Was kostet eine Umschuldung wirklich? Wann brauchen Sie einen Notar, wie hoch sind Grundbuchgebühren und wann rechnet sich die Umschuldung trotz aller Kosten?

Umschuldung Kosten und Notarkosten – vollständige Übersicht 2026

Welche Kosten entstehen bei einer Umschuldung?

Die Gesamtkosten einer Umschuldung setzen sich aus verschiedenen Positionen zusammen. Nicht alle fallen in jedem Fall an -- entscheidend ist, welche Art von Kredit umgeschuldet wird.

1.

Vorfälligkeitsentschädigung (VFE)

Bei Verbraucherkrediten: maximal 1 % der Restschuld (§ 502 BGB). Bei Baufinanzierungen: Barwertmethode -- kann deutlich höher sein.

2.

Bearbeitungsgebühren

Meistens null. Banken dürfen laut BGH-Rechtsprechung keine Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite erheben. Direktbanken berechnen in der Regel nichts.

3.

Kontoführungsgebühren

Einige Banken erheben jährliche Gebühren für das Kreditkonto. Vorab prüfen und in den Gesamtkostenvergleich einrechnen.

4.

Notarkosten (nur bei Grundschuld)

Nur relevant bei Baufinanzierungen mit Grundschuldänderungen. Höhe abhängig vom Immobilienwert und den benötigen Leistungen.

5.

Grundbuchgebühren (nur bei Grundschuld)

Werden an das Grundbuchamt gezahlt für Grundschuldänderungen. Gebührenordnung: GNotKG.

6.

Grundschuldlöschung

Bei vollständiger Hypotheken-Ablösung: Kosten für die Löschung der Grundschuld aus dem Grundbuch. Optional -- Grundschuld kann auch bestehen bleiben.

Notarkosten bei der Umschuldung -- wann nötig?

Die entscheidende Frage: Ist eine Grundschuldänderung im Grundbuch erforderlich?

  • Verbraucherkredite (Ratenkredite, Autokredite, Dispokredit): Kein Notar nötig.
  • Baufinanzierungen / Hypotheken: Notar je nach Szenario erforderlich.

Die vier Szenarien bei Immobilienkrediten:

a) Gleiche Bank, neuer Zinssatz (Prolongation / Anschlussfinanzierung)

In der Regel kein Notar notwendig. Die Grundschuld bleibt unverändert im Grundbuch eingetragen.

b) Neue Bank, bestehende Grundschuld wird übertragen (Abtretung)

Notar benötigt für die Abtretungsurkunde. Häufigster und günstigster Weg beim Bankwechsel.

c) Neue Grundschuld (komplett neue Bankverbindung)

Notar für Grundschuldbestellung erforderlich. Teurer als Abtretung. Seltener bei Umschuldungen.

d) Grundschuldlöschung (Kredit vollständig abbezahlt)

Notar beglaubigt die Löschungsbewilligung. Optional -- Grundschuld kann auch als Sicherheit bestehen bleiben.

Notarkosten-Tabelle (Richtwerte)

Die Höhe der Notarkosten richtet sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und hängt vom Grundschuldbetrag ab:

Grundschuldbetrag Notarkosten (ca.) Grundbuchgebühren (ca.)
100.000 EUR 300 - 500 EUR 200 - 350 EUR
200.000 EUR 400 - 700 EUR 300 - 500 EUR
300.000 EUR 500 - 900 EUR 400 - 650 EUR

Richtwerte. Genaue Gebühren werden nach GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) berechnet. Für verbindliche Angaben wenden Sie sich an einen Notar.

Orientierung: Kosten einer Baufinanzierungs-Umschuldung

Welche Positionen Sie immer konkret prüfen sollten

Restschuld von der Bank schriftlich bestätigen lassen
Vorfälligkeitsentschädigung individuell berechnen lassen
Notar- und Grundbuchkosten je nach Abtretung oder Löschung prüfen
Vergleichsbasis echte Gesamtkosten statt Musterzins
Fazit wirtschaftlichen Vorteil erst nach Vollkostenvergleich beurteilen

Pauschale Beispielwerte ersetzen keine individuelle Berechnung.

Wann lohnen sich die Umschuldungskosten nicht?

  • Restlaufzeit unter 2 Jahren: Gesamtersparnis zu gering, um die Kosten zu decken
  • VFE höher als jährliche Ersparnis: Immer erst rechnen, bevor Sie kündigen
  • § 489 BGB verfügbar (nach 10 Jahren): Kostenloses Sonderkündigungsrecht nutzen statt teure VFE zu zahlen

Quellen: GNotKG – Notargebühren · § 502 BGB – VFE Obergrenze · Notar-Kostenrechner

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Foto von Tom Trögler

Fachbeitrag von Tom Trögler

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Tom Trögler hat die Kostenstruktur bei Umschuldungen und die relevanten Gebührenordnungen (GNotKG) analysiert. Die genannten Kosten sind Richtwerte — für verbindliche Kostenvoranschläge wenden Sie sich an einen Notar. Mehr über unsere Redaktion lesen.

Zuletzt inhaltlich geprüft am: 12. März 2026

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Häufige Fragen zu Kosten und Notarkosten

Fallen bei jeder Umschuldung Notarkosten an?

Nein -- nur bei Baufinanzierungen, bei denen Grundschuldänderungen erforderlich sind. Für Verbraucherkredite (Ratenkredite, Autokredite, Dispokredit) wird kein Notar benötigt.

Wie hoch sind Notarkosten bei einer Immobilien-Umschuldung?

Typischerweise 400-1.000 EUR je nach Grundschuldbetrag und erforderlichen Leistungen. Grundbuchgebühren kommen mit weiteren 200-650 EUR hinzu. Gesamt ca. 600-1.500 EUR für die meisten Standard-Umschuldungen.

Kann ich Bearbeitungsgebühren bei der Umschuldung vermeiden?

Ja -- Banken dürfen für Verbraucherkredite keine Bearbeitungsgebühren erheben (BGH-Urteile). Falls eine Bank Einrichtungsgebühren verlangt, Gesamtkosten sorgfältig vergleichen. Die meisten Direktbanken erheben keine Gebühren.

Rechnet sich eine Baufinanzierungs-Umschuldung trotz Notarkosten?

Meistens ja -- wenn der Zinssatzunterschied mindestens 0,5 % beträgt und die Restlaufzeit mindestens 3 Jahre. Beispiel: 180.000 EUR Kredit, 0,9 % Zinsdifferenz = 1.620 EUR/Jahr Ersparnis. Notar- und VFE-Kosten von 5.000-6.000 EUR sind in 3-4 Jahren zurückgespielt.