Ratgeber 2026

Ablösesumme berechnen –
Restschuld & VFE Schritt für Schritt

Die Ablösesumme ist mehr als Ihre Restschuld: Sie enthält auch aufgelaufene Zinsen und eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung. Hier erfahren Sie, wie sich der Betrag genau zusammensetzt – mit konkreten Rechenbeispielen.

Ablösesumme berechnen – Restschuld und Vorfälligkeitsentschädigung ermitteln

Was ist die Ablösesumme?

Die Ablösesumme ist der genaue Betrag, den Sie zahlen müssen, um Ihren Kredit zu einem bestimmten Datum vollständig zurückzuzahlen. Sie ist nicht dasselbe wie die Restschuld – sie ist in der Regel höher.

Die Formel lautet:

Formel: Ablösesumme

Ablösesumme = Restschuld + aufgelaufene Zinsen + Vorfälligkeitsentschädigung (VFE)

Wichtig: Die Ablösesumme ändert sich jeden Tag, da täglich neue Zinsen auflaufen. Eine Ablösebescheinigung ist deshalb immer nur für einen konkreten Stichtag gültig.

Die drei Komponenten der Ablösesumme

Komponente 1: Restschuld (ausstehende Kreditsumme)

Die Restschuld ist das noch nicht zurückgezahlte Kapital nach allen bisherigen Monatsraten. Sie finden sie in Ihrem letzten Kontoauszug oder in der Kreditübersicht Ihres Online-Bankings. Mit jeder Ratenzahlung sinkt die Restschuld – da ein Teil der Rate immer Tilgung ist.

Komponente 2: Aufgelaufene Zinsen (Tageszinsen)

Zwischen Ihrer letzten Monatsrate und dem gewünschten Ablösetermin laufen täglich Zinsen auf die Restschuld auf. Diese werden zur Restschuld addiert.

Formel für die aufgelaufenen Zinsen:

Zinsen = Restschuld × Jahreszins × (Tage seit letzter Rate ÷ 365)

Beispiel: 10.000 € × 7% × (15 ÷ 365) = 28,77 €

Komponente 3: Vorfälligkeitsentschädigung (VFE)

Die VFE ist eine Gebühr, die die Bank für den entgangenen Zinsertrag berechnen darf, wenn Sie Ihren Kredit vorzeitig zurückzahlen.

Bei Verbraucherkrediten (Ratenkredite):

  • Maximal 1% der vorzeitig zurückgezahlten Summe (§502 BGB) bei Restlaufzeit über 12 Monaten
  • Maximal 0,5% bei Restlaufzeit unter 12 Monaten
  • Beispiel: 10.000 € × 1% = maximal 100 €

Bei Immobiliendarlehen (Baufinanzierung):

  • Barwertmethode: Die Bank berechnet den Barwert aller entgangenen Zinszahlungen bis Laufzeitende
  • Kann deutlich höher ausfallen – teils mehrere tausend Euro
  • Verlangen Sie die Berechnung immer schriftlich und lassen Sie sie prüfen

Schritt-für-Schritt Orientierung (Ratenkredit)

Orientierung: Ablösesumme ermitteln

Ausgangsdaten: Restschuld 8.000 € · Letzter Einzug: 01. März 2026 · Ablösetermin: 20. März 2026 (19 Tage) · Jahreszins: 7,5% p.a. · Restlaufzeit: 18 Monate

Schritt 1: Aufgelaufene Zinsen berechnen

8.000 € × 7,5% ÷ 365 × 19 Tage = 31,23 €

Schritt 2: VFE berechnen (Restlaufzeit > 12 Monate)

8.000 € × 1% = 80,00 € (gesetzliches Maximum)

Schritt 3: Ablösesumme addieren

8.000,00 € + 31,23 € + 80,00 € = 8.111,23 €

Wann lohnt sich die Ablösung trotz VFE?

Um zu beurteilen, ob die vorzeitige Ablösung finanziell sinnvoll ist, vergleichen Sie die jährlichen Zinsersparnisse mit der einmaligen VFE:

  • Wenn die Zinsersparnis im ersten Jahr größer ist als die VFE, amortisiert sich die Ablösung sofort
  • Prüfen Sie nicht mit pauschalen Musterzinsen, sondern mit Ihrer echten Ablösesumme, den tatsächlichen Vertragskosten und einem konkreten neuen Angebot

Falls Sie kein Eigenkapital zur Ablösung haben, kann eine Umschuldung zu günstigeren Konditionen die bessere Alternative sein.

Selbst ausrechnen oder von der Bank ausrechnen lassen?

Die obige Formel hilft Ihnen, die Ablösesumme zu schätzen und die Angaben Ihrer Bank zu plausibilisieren. Den rechtlich verbindlichen Betrag muss jedoch immer die Bank in einer offiziellen Ablösebescheinigung schriftlich bestätigen.

Die Bank ist verpflichtet, Ihnen diese Auskunft auf Anfrage kostenlos zu erteilen (§491a BGB). Fordern Sie die Ablösebescheinigung immer an, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.

Quellen: FAZ Tilgungsrechner · bpb: Annuitätendarlehen erklärt

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Foto von Tom Trögler

Fachbeitrag von Tom Trögler

Expertengeprüft LinkedIn

Tom Trögler hat die Berechnungsmethoden für Ablösesummen und Vorfälligkeitsentschädigungen bei deutschen Verbraucherkrediten analysiert. Alle Formeln basieren auf § 502 BGB. Die Modellrechnungen dienen der Orientierung – die verbindliche Ablösesumme muss von der Bank schriftlich bestätigt werden. Mehr über unsere Redaktion lesen.

Zuletzt inhaltlich geprüft am: 12. März 2026

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Häufige Fragen zur Ablösesumme

Wie berechne ich die Ablösesumme meines Kredits?

Formel: Restschuld + aufgelaufene Zinsen (Restschuld × Jahreszins × Tage seit letzter Rate / 365) + VFE (max. 1% für Verbraucherkredite). Für den verbindlichen Betrag müssen Sie jedoch immer die offizielle Ablösebescheinigung bei Ihrer Bank anfordern.

Warum ist die Ablösesumme höher als meine aktuelle Restschuld?

Weil zusätzlich zur Restschuld noch (1) Zinsen, die seit Ihrer letzten Ratenzahlung aufgelaufen sind, und (2) die Vorfälligkeitsentschädigung (VFE) hinzukommen. Diese Positionen werden auf die Restschuld aufaddiert.

Wie berechnet die Bank die VFE für meinen Kredit?

Bei Verbraucherkrediten (Ratenkrediten): maximal 1% des vorzeitig zurückgezahlten Betrags (§502 BGB) – gesetzlich gedeckelt und einfach nachvollziehbar. Bei Immobiliendarlehen (Baufinanzierung): komplexe Barwertmethode, kann deutlich höher ausfallen. Verlangen Sie die Berechnung immer schriftlich.

Ändert sich die Ablösesumme jeden Tag?

Ja – weil täglich Zinsen auflaufen. Eine Ablösebescheinigung gilt daher nur für einen bestimmten Stichtag (in der Regel 30 Tage). Verpassen Sie die Frist, müssen Sie eine neue Bescheinigung mit aktualisierter Ablösesumme anfordern.